Das studentische Fechten besteht seit über 200 Jahren und wird von den „schlagenden“ Verbindungen als studentisches Kulturgut erhalten und weitergeführt. Am Ablauf hat sich im Wesentlichen nichts geändert. Nur die Schutzbekleidung wurde angepasst und sicherer gemacht.

Der besagte Ablauf selbst ist in einer Art Gesetzeswerk, dem sogenannten "Paukcomment" bis ins kleinste Detail reglementiert, wobei jede Hochschulstadt ihren eigenen Comment hat. Unter anderem steht in diesem Reglement Verhaltensregeln um die Mensur nicht in einen Zweikampf ausarten zu lassen, sondern Verlangen von jedem Teilnehmer ein geradezu ritterliches Verhalten.

 Zum Fechten wird ein Korbschläger verwendet, mit einer etwa 85 cm langen beidseitig geschliffenen Klinge von mindestens 1 cm Breite. Die Hand wird durch einen Metallkorb geschützt. Wichtig ist auch noch, dass sich beim Fechten nur der Arm mit dem Schläger in der Hand bewegen darf, der Rest des Körpers sollte so ruhig wie möglich gehalten werden. Dabei spricht man auch von einem „fixen Stand“.

Damit es möglich ist, rein theoretisch, jederzeit eine Mensur zu fechten, wird auf dem hauseigenen Paukboden mit bundeigenen Geräten täglich trainiert. Kraft und Technik werden unter der Anleitung eines erfahrenen Inaktiven geschult und immer mehr verbessert, wobei jeder Bund seine eigene "Fechtschule" hat, und diese so über Generationen nahezu unverändert weitergibt. Das Training schweißt unglaublich zusammen und verstärkt die Freundschaft unter den aktiven Bundesbrüdern.

Da es natürlich seine Zeit dauert, bis ein neues Mitglied über die nötige Kraft und das technische Können verfügt um eine Mensur zu fechten, kann man davon ausgehen dass frühestens nach eineinhalb bis zwei Semestern intensiven Unterrichts die erste Mensur stattfindet.

Die Mensur ist ein wesentlicher Bestandteil der Burschenschaft. Das Fechten schult und stärkt den Charakter und lässt einen teilweise über sich hinauswachsen. Außerdem lernt der junge Mann dadurch trotz erheblichem Stress Leistung zu erbringen, bzw. sich auch dementsprechend gewissenhaft darauf vorzubereiten.

 

Zuletzt der vielleicht wichtigste Punkt: Eine Mensur wird auf die Farben ("im Namen") der eigenen Burschenschaft gefochten. Dies stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Bundesbrüdern in einem gewaltigen Ausmaß. Den Bundesbruder genau bei einer solch schwierigen Situation begleiten zu können, in der man selbst schon gestanden hat, ihm die Unterstützung geben zu können, die man selbst schon benötigte, ist der Schlüssel, der jeden Generationsunterschied und jeden Unterschied des Standes überwindet.